Historie der Mack-Kapelle Marianum

1908 zunächst als katholisches Mädchenerziehungsheim „Notburgahaus"
fertiggeestellt, wurde das neobarocke Gebäude, das heute nur unter dem Namen „Marianum“ bekannt ist, seit 1962 als Konvikt für angehende Priesteramtskandidaten genutzt. Während dieser Zeit – genauer im Jahre 1988 – hat der auch als Lichtkünstler renommierte Professor Heinz Mack die zum Bestand des Gebäudes gehörende Marienkapelle als Gesamtkunstwerk gestaltet.Heute befindet sich die Kapelle im Eigentum der Neusser Bauverein AG, die es sich zur Verpflichtung gemacht hat, dieses Kunstwerk der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu diesem Zweck wurde der Freundes- und Förderkreis der Mack Kapelle Marianum Neuss e.V. gegründet. Künftig soll zudem eine sinnvolle Ergänzung und Erweiterung des Werkes erreicht werden.

 

Vita Heinz Mack - Bildhauer und Maler

1931 im hessischen Lollar geboren, besucht er 1950-1953 die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf (Staatsexamen) und schließt 1956 ebenfalls mit Staatsexamen das Studium der Philosophie an der Universität Köln ab.

Gemeinsam mit Otto Piene gründet er 1957 die Gruppe ZERO in Düsseldorf.

1958 erhält er den Kunstpreis der Stadt Krefeld. Ein Jahr später nimmt er an der
Documenta II in Kassel teil.

1963 erhält er den Premio Marzotto. 1964-1966 unterhält Mack ein Atelier in New York und nimmt 1966 an der Documenta III  teil.

1965 wird der Künstler mit dem 1. Prix arts plastiques der 4. Biennale de Paris geehrt.

1970 erhält er eine Professur für einen Lehrauftrag in Osaka (Japan) und wird
ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der er bis 1992 angehört.

Auf der XXXV. Biennale in Venedig vertritt er im gleichen Jahr die Bundesrepublik Deutschland (mit Uecker, Pfahler und Lenk).

1962-1968 und 1976 folgen größere Arbeits- und Filmexpeditionen in die Algerische Wüste und in die Arktis.

Den 1. Preis des internationalen Wettbewerbs Licht 79 der Niederlande
erhält er 1979.

1992 folgt der Große Kulturpreis des Rheinischen Sparkassen-Verbandes.

2004 wird dem Künstler das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als Erstauszeichnung verliehen, als Anerkennung für sein Werk und sein Wirken als Botschafter der Kulturen.

Im Jahr 2006/2007 ehrt ihn das Museum für Islamische Kunst im Pergamon-museum in Berlin mit einer großen Ausstellung, die von rund 120.000 Besuchern besucht wurde.

2008 gründet die Stadt Düsseldorf die ZERO-Foundation. Die Stiftung erhält die Archive und zahlreiche Werke der Künstler Mack, Piene und Uecker und widmet sich der Forschung, unterstützt und fördert Dokumentationen und Ausstellungen. Im Fokus sind alle internationalen Künstler, die der ZERO-Idee verbunden waren.

2009 erhält der Künstler den Ehrenring der Stadt Mönchengladbach.

2010 arbeitet er an dem autobiografischen Buch ‚Mack – Leben und Werk/Life and Work’.

2011 finden anlässlich seines achtzigsten Geburtstags zahlreiche Ausstellungen im
In-und Ausland statt, alle verbunden mit der Publikation von Büchern und Katalogen. Der Künstler wird mit dem ‚Großen Verdienstkreuz mit Stern’ der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

2012 erhält er den ‚Preis der Kulturstiftung Dortmund’; gleichzeitig wird eine große Ausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U Zentrum gezeigt.

Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht.

Seine gegenstandslosen Skulpturen und Bilder sind Medien hierzu.

Das Gesamtwerk ist außerordentlich vielseitig:
Skulpturen aus verschiedenen Materialien, auch monumentale Ausführungen für den Außenraum, Lichtstelen, Lichtrotoren, Lichtreliefs und Lichtkuben,
Malerei, so die Dynamischen Strukturen aus der ZERO-Zeit von 1957-1966 und
die zunehmend großformatige und auch starkfarbige Malerei seit 1991, die so genannten Chromatischen Konstellationen, Zeichnungen, Tuschen, Pastelle, Druckgraphik und bibliophile Werke, die gegenstandslose Fotografie mit schwarz-weißen Handabzügen und farbiger Fotografie, hergestellt im Dia-Sec-Verfahren, Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Räumen, auch Kirchenräumen, Bühnenbilder, Mosaike....

In annähernd 300 Einzelausstellungen und vielen Ausstellungsbeteiligungen wurden bis heute seine Arbeiten gezeigt. Seine Werke sind in 136 öffentlichen Sammlungen vertreten.
Zahlreiche Bücher und Kataloge, sowie zwei Filme dokumentieren sein Schaffen.
Heinz Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.

Gestaltung sakraler Bauten:

1989 Gesamtgestaltung der Kapelle im Erzbischöflichen Collegium Marianum, Neuss
2010/2011 Gestaltung des Kreuzganges und andere Ergänzungen der Gesamtgestaltung

1995 Gesamtgestaltung der Kapelle, Altersheim St. Elisabeth, Mettmann

1996 Gesamtgestaltung des Kirchenraumes von St. Theresia, Kaiserslautern
2010-2011 Gestaltung der Orgel, des Taufbeckens, Osterkerze, Opferstock



Buchempfehlungen:

Mack, Licht und Farbe für die Kirche
F. Hofmann (Hg.), Wienand Verlag, Köln 1996

Mack – Ars Urbana, Kunst für die Stadt 1952-2008
Das Buch dokumentiert Werke für den öffentlichen Raum, Environments, Platzgestaltungen, Skulpturen und Malerei
Bildband mit 384 Seiten
Hirmer Verlag, München 2007

Heinz Mack – Farbe, Raum, Licht

Katalog-Buch zur Ausstellung in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
Bonn 2011 (Hg.)
Buchhandelsausgabe: Snoeck-Verlag, Köln, 2011

Heinz Mack – Leben und Werk, Life and Work
Ein Buch vom Künstler über den Künstler, Dumont-Verlag, Köln, 2011
Heinz Mack, Ute Mack (Hg.)

Heinz Mack - Malerei /Painting 1991-2011
B. Kühlen-Verlag, Mönchengladbach, 2011
Marion Agthe, Ute Mack (Hg.)

Mack-Kinetik
Katalog-Buch zur Ausstellung im Städtischen Museum Abteiberg Mönchengladbach, 2011 (Hg.)
Buchhandelsausgabe: Richter Verlag Düsseldorf 2011

Weitere Informationen unter:
www.mack-kunst.com